Ein Marathon ist kein Pappenstiel, die körperliche Vorbereitung allein reicht nicht aus, um das Abenteuer zu bestehen.
Sie müssen schon genau wissen, worauf Sie sich einlassen, wenn Sie am Tag X an der Startlinie stehen. Nichts ist schlimmer, als wenn mit dem Startschuss plötzlich die Erkenntnis erwacht: Hoppla, ich laufe ja tatsächlich einen Marathon. Aber wie schnell will ich eigentlich laufen? Oder: Wie lang ist eigentlich die Marathondistanz?
Also gilt es, sich nicht nur physisch, sondern auch psychisch umfassend auf den Marathon vorzubereiten. Setzen Sie sich mit allen Fragen und Problemen, die Sie rund um den Marathon beschäftigen, frühzeitig auseinander.
+ Den Tag X vorwegnehmen
Sie haben Bedenken, ob Sie den Ansprüchen, zum Beispiel der Streckenlänge, gewachsen sind? Machen Sie sich deutlich, wovor Sie Angst haben. Stellen Sie sich die Herausforderung Marathon genau vor. Gehen Sie Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer die Strecke im Kopf ab. Benutzen Sie dabei einen Streckenplan, den Sie mit dem Finger „abfahren“. Überlegen Sie, wie Sie im konkreten Fall mit einer misslichen Situation umgehen wollen. Versuchen Sie immer wieder logische Antworten auf die Fragen zu finden, die Sie beschäftigen: Kann ich die Marathondistanz schaffen? Ja, schließlich habe ich mich darauf zwölf Wochen vorbereitet, und zigtausend andere Läufer haben dies auch schon geschafft.
Auf diese Weise programmieren Sie Ihr Gehirn, nach vorgefertigten Mustern zu reagieren. Sie sind auf schwierige Situationen vorbereitet und müssen nicht ad hoc Entscheidungen treffen, sondern brauchen die-se nur abzurufen.
+ Trick 17 mit Selbstüberlistung.
Ein Marathon ist 42 Kilometer lang. Einmal unterwegs, beginnen Anfänger die Kilometer zu zählen: „Noch 40 Kilometer, 39, 38…” Ganz schön deprimierend. Besser: Sie laufen nicht 42 Kilometer, sondern
einfach viermal zehn plus
zwei Kilometer.
Außerdem machen Sie sich während der letzten Woche immer wieder klar, dass der Marathon nicht mehr als ein
10-km-Lauf ist, der allerdings viermal hintereinander zu bewältigen ist.
+ Entspannen Sie sich.
Je entspannter Sie sind, desto höher ist Ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. In den letzten sieben Tagen vor dem Marathon sollten Sie täglich leichte Atem- und Entspannungsübungen durchführen. Sie kosten kaum Zeit, wirken aber enorm. Ruhige, tiefe Atemzüge beruhigen den Körper und steigern die allgemeine Leistungsfähigkeit. Dabei wird ein Maximum an Sauerstoff über die Lungen in das Blut gepumpt, Gehirn- und Körperzellen werden mit Energie versorgt. Die Atmung tief in den Bauch (nicht nur in die Brust) ist die beste Atmung, dabei spielt das Zwerchfell eine entscheidende Rolle. Es bewegt sich langsam nach unten, der Bauch wird rausgestreckt, das volle Lungenvolumen ist nutzbar.
Die Zwerchfellatmung ist übrigens nicht nur die beste Atmung, um zu entspannen, sondern auch die empfehlenswerteste Atmung beim Laufen.
Zu Martin Grüning

- Martin Grünning als Starter beim Frankfurt Marathon 2008
Derzeit ist Martin Grüning stellvertretender Chefredakteur der deutschen Ausgabe von Runner’s World und ein geschätzter Trainingsexperte.
1988 wurde Grüning Zweiter beim Frankfurt Marathon in 2:13:46 Stunden. 1990 wurde er Dritter des Houston-Marathons in seiner persönlichen Bestzeit von 2:13:30, und 1992 belegte er beim Frankfurt Marathon denselben Platz.


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